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Die Jahre 1971–1980

Die Arbeitsgemeinschaft Telegrafie-DL (AGCW-DL) wurde am 01.05.1971 von Otto A. Wiesner DJ5QK gegründet als „Eine freie Gemeinschaft von Funkamateuren, deren Anliegen die Förderung der Betriebsart Telegrafie ist“. Inspiriert wurde er durch einige Leserbriefe im DL-QTC, der damaligen Klubzeitschrift des DARC. Zu der Zeit gab es einen wahren SSB-Boom, nachdem man entsprechende Bauteile erwerben konnte, eingefleischten Telegrafisten konnte das nicht recht behagen. Es gab also Gleichgesinnte die ähnlich dachten wie DJ5QK, er bekam dabei moralische Unterstützung u. a. von DJ1QQ, DJ4SB, DJ9SB und DJ6QM. Er veröffentlichte eine Notiz, dass er eine Arbeitsgemeinschaft CW gründen wolle.

Es gab erfreulich viele Interessenten, nun kam aber auch viel Arbeit auf DJ5QK zu, denn es gab ja noch keinerlei Organisation. Die neuen Mitglieder erhielten ihre Mitgliedsnummer auf einer Postkarte mitgeteilt. Die Aktivitäten waren anfangs noch recht bescheiden: Monatliche Rundsprüche. Im November 1971 wurde der erste „Deutsche Telegrafie-Contest“ veranstaltet, es wurden 61 Logs eingereicht. Ende 1971 zeigte die Mitgliederliste bereits knapp 100 Einträge, alles gut bekannte Telegrafisten. Im Sommer 1972 kam der QRP-Kontest hinzu. Die Anzahl der Mitglieder stieg rasant an zur großen Freude von DJ5QK, im Sommer 1973 waren es rund 200 Mitglieder und Ende 1973 war mit rund 300 Mitgliedern für Otto die Belastungsgrenze erreicht, er war ja noch berufstätig. Übrigens sei hier erwähnt, die gesamte Mitgliederdatei bestand zu dieser Zeit aus einem Holzkasten mit DIN-A6 Kärtchen, auf die dann die Mitgliedsdaten von Hand eingetragen wurden. Das „AGCW-Büro“ war im Wohnzimmerschrank untergebracht, Ottos XYL Marie half tatkräftig mit. Mitglieder der ersten Stunde waren (hier nur die ersten 30): 001 DJ5QK, 002 DJ3FK, 003 DK5BW, 004 DK5ES, 005 DL2ET, 006 DJ5TU, 007 DK3QX, 008 DL7QO, 009 DJ4AJ, 010 DJ0XX, 011 DK4IZ, 012 DJ6QM, 013 DK1OU, 014 DJ1QQ, 015 DJ7AU, 016 DL8XB, 017 DL1YA, 018 DK4LX, 019 DL1ZV, 020 DL1CU, 021 DK1XJ, 022 DJ4SB, 023 DJ9SB, 024 DL7DO, 025 DJ2YA, 026 DK5GD, 027 DK1WU, 028 DL2KS, 029 DJ4AV, 030 DJ7QX.

1974 wurde zu einem Ostertreffen nach Schriesheim bei Heidelberg eingeladen. Das erste Präsidium konstituierte sich mit Ralf Herzer DL7DO als Präsident, Otto A. Wiesner DJ5QK als Sekretär und Kurt Heinrich DL3MQ als Schatzmeister. Damit war eine Arbeitsteilung gegeben und DJ5QK wurde etwas entlastet.

1975 traf man sich Ostern erneut in Schriesheim. Inzwischen gab es auch ein komplettes Kontest- und Diplomprogramm. Die Diplomentwürfe stammten alle von Fried Bach DJ6QM, der auch über viele Jahre die Rundsprüche auf 80 Meter abstrahlte mit DL0AF. Ein Mitgliedsbeitrag wurde festgesetzt und erste Referenten wurden benannt: Willi Scherrer DK5RY als UKW- und später als QRP-Referent, Hartmut Weber DJ7ST für alle QRP-Konteste, DK4LP als Diplommanager. Am jeweils 4. Sonntag im Monat wurde ein Rundspruch unter DL0AF auf 3.560 kHz von DJ6QM abgestrahlt.

1976 gab es die erste Ausgabe der AGCW-INFO, bestehend aus insgesamt vier DIN-A4 Seiten. Das kleine Mitteilungsblatt wurde dann von Heft zu Heft umfangreicher, für die Redaktion war DK7GL zuständig. Ende 1976 gab es 352 Mitglieder. In der INFO erschien folgender Bericht: „Im Jahre 1976 schlossen sich 7 Mitglieder des OV Geseke O34 der AGCW-DL an. Diese Funkgruppe beantragte und erhielt das Call DL0AF (DL 0 Alter Fritz) und gründete im September 1976 den DARC OV Rüthen O37. Hauptanliegen des neuen OV ist die Pflege der Betriebsart CW, nach dem Motto: CW ist die Königin unter den Betriebsarten“. Zeitgleich und an gleicher Stelle wurde der FMC gegründet (Friends of S. F. B. Morse Club), allesamt Mitglieder der AGCW. Die enge Bindung des FMC zur AGCW wird auch dadurch deutlich, dass DL7DO als Präsident zahlreiche Berichte über den FMC in der INFO veröffentlichte. Der Mitgliedsbeitrag beträgt in diesem Jahr 10,00 DM.

1977 trifft man sich wie bisher in Schriesheim bei Heidelberg, der Vorstand wird neu organisiert: Ralf Herzer DL7DO als Präsident, Georg Schmidt DJ2VT als Vizepräsident, Otto A. Wiesner DJ5QK als Sekretär, Kurt Heinrich DL3MQ als Schatzmeister, Günter Schwarzbeck DL1BU als Beisitzer. Referent für UKW-Konteste und für QRP-Fragen Willi Scherrer DK5RY, Referent für QRP-Konteste Hartmut Weber DJ7ST, Referat für HNY-Konteste Renate Krause DJ9SB, Referat für DTC DJ5QK, Referat für Diplome KW Heinz Müller DK4LP, Referat für Diplome UKW W. Scholz DK6AP. Redakteur und Herausgeber der INFO wurde DK7GL, QTC-Abstrahler DJ6QM, DL6BB und DJ5QK. Ostern 1977 steigt die Mitgliederzahl auf 400. Die ersten grünen Aufkleber können zu einem Stückpreis von 3 Pfennig bestellt werden. Eine erste Satzung legt die Ziele der AGCW-DL fest. Der HNYC wird erstmalig ausgetragen, Auswertung durch Rena Krause DJ9SB. Der Deutsche Telegrafie Contest DTC wird am Palmsonntag ausgetragen, zweimal im Jahr die QRP-Konteste und ein CW-VHF/UHF-Kontest. Der Grundstein für eine organisierte AGCW ist damit gelegt. Mitte des Jahres werden die neuen Diplome vorgestellt und bis Ende Oktober werden bereits 21 dieser Diplome ausgegeben. Aus gesundheitlichen Gründen scheidet DL3MQ ab September 1977 als Schatzmeister aus, DJ2VT übernimmt dessen Aufgabe zusätzlich. Bis zum 11.11.1977 steigt die Mitgliederzahl auf 455.

1978 wird das Ostertreffen in Büdingen ausgetragen, organisiert von Silvo DK9ZH. In der Einladung schreibt DL7DO: „Dieses Treffen soll – wie bisher im Raum Heidelberg – dem gegenseitigen Kennenlernen dienen und die direkte Diskussion mit Vorstandsmitgliedern der AGCW ermöglichen“. Ein besonderer Höhepunkt des Treffens war die Tagungssstation, ein HW-8 von DJ5QK mit 1 Watt Sendeleistung und einer 20 m Langdraht-Antenne damit konnten alle Teilnehmer das AGCW-QTC von DL0AF bestätigen. DK5RY scheidet als UKW-Referent aus, Nachfolger wird DF3ZM. DJ7ST scheidet als Betreuer der QRP-Konteste aus, Nachfolger wird DK9FN. Das QRP-Referat übernimmt DK9TZ. DK4LP scheidet als Diplom-Manager aus, Nachfolger wird DK6AP. Silvo Burmann DK9ZH wird Vizepräsident. Anwesend sind 11 Mitglieder und “Offizielle“. Der UKW-HNYC wird erstmalig ausgetragen, Manager wird Eddi DK3UZ. Im Präsidium ergibt sich ein Wechsel: Neuer Vizepräsident wird Silvo Burmann DK9ZH, neuer Schatzmeister wird Georg Schmidt DJ2VT. Die Mitgliedsurkunde von DF5DD zeigt die Nummer 489. Die Gesamtliste zeigt 517 Mitglieder.

1979 trifft man sich wieder in Schriesheim. Es steht vermerkt, dass die Präsidiumssitzung 8 Stunden dauerte, anwesend waren 9 Vorstandsmitglieder und 2 Gäste (DK7DO und DF5DD). Die INFO erhalten nur noch Vollmitglieder. Die QTC-Abstrahlung auf 40 Meter wird wegen mangelnder Beteiligung eingestellt. Am 2. Tag waren zur Mitgliederversammlung weitere 6 Mitglieder angereist. Die AGCW wird Gründungsmitglied der EUCW. Bis Oktober 1979 klettert die Mitgliederzahl auf 602 an. DK7DO wird einen Entwurf des geplanten W-AGCW-M Diplomes vorlegen und dieses später verwalten. Die AGCW hat bisher 3 Ehrenmitglieder: Kurt Heinrich DL3MQ, Willi Scherrer DK5RY und Dr. Weber DJ7ST.

1980 ist das Jahrestreffen in Seligenstadt im Gasthof zum Riesen, organisiert von Sigi DK9FN. In die Anwesenheitsliste tragen sich 27 Offizielle und Mitglieder ein, so viele waren es bisher noch nie. Allein die Präsidiumssitzung dauert 5 Stunden. Ein wichtiges Thema ist diesmal die Existenz zweier Schnellfunkervereine gleichen Namens: Den seit 1951 bestehenden HSC mit rund 1.500 Mitgliedern und neuerdings einen von Udo Osenbrügge DJ7LQ gegründeten HSC, den er später ins Vereinsregister eintragen lässt. DJ7LQ erklärt ohne irgendeine Legitimation den bisherigen und seit 1951 bestehenden HSC als aufgelöst und beanspsrucht von nun an das Namensrecht für sich. In diversen Prozessen, die allesamt für DJ7LQ kostenpflichtig abgewiesen wurden, bleibt das Recht auf den Namen HSC sowie das Vereinsemblem beim HSC von 1951. Durch solche Aktionen vorsichtig geworden beschließt die AGCW, sich zum Schutz vor möglichem Namensmissbrauch eine Satzung zu geben. Ein Eintrag ins Namensregister ist zu diesem Zeitpunkt nicht geplant. Für die Bearbeitung der ZAP-Auswertungen wird Thomas Rink DL2FAK gewonnen, Hans DL1ZQ übernimmt die QTC-Angelegenheiten, Werner DF5DD übernimmt die Auswertung der neuen QRP/QRP Party ab 1981. Klaus DK7DO übernimmt die Auswertung des neuen W-AGCW-M Diplomes. Um die Mitgliedschaft beantragen zu können soll zunächst eines der AGCW-Diplome beantragt werden, dieser Vorschlag wird wieder gestrichen, dafür soll nun eine einmalige Aufnahmegebühr in Höhe von 5,00 DM erhoben werden. Künftig können nur noch ausländische Bewerber die assoziative Mitgliedschaft beantragen.

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